ein gemeinsames Anliegen

                  ein gemeinsames Engagement


Subjektfinanzierung - das neue Finanzierungssystem für Menschen mit Behinderung

Wir versuchen, an dieser Stelle eine erste vereinfachte Erklärung dieses neuen Systems, welches ab 2020 flächendeckend im ganzen Kanton Bern umgesetzt werden soll und welches ein absolutes Novum darstellt. Ab dann wird allen Menschen mit Behinderung im Kanton Bern mittels eines individuellen Abklärungsverfahrens ein behindertenbedingter Unterstützungsbedarf zugesprochen. mehr

Grundlage

2008: Im Rahmen der NFA wurden die Aufgaben vom Bund an die Kantone übertragen.

2 Postulate im Grossen Rat des Kantons Bern forderten dann die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung und die Subjektfinanzierung.

2011 hat der Grosse Rat des Kantons Bern das Kantonale Behindertenkonzept verabschiedet, welches die Forderungen der Postulate beinhaltet.

Der Regierungsrat hat den Bericht zur Behindertenpolitik im Kanton Bern 2016 genehmigt und zuhanden des Grossen Rates verabschiedet. Der Bericht knüpft an den ersten Bericht des Regierungsrates vor fünf Jahren an und zeigt insbesondere die versorgungspolitischen Grundlagen, die strategischen Ziele und deren Umsetzung sowie die gesellschaftlichen Herausforderungen und Spannungsfelder auf, in welchen sich die entwicklungsorientierte Behindertenhilfe des Kantons bewegt. Bericht Behindertenpolitik im Kanton Bern 2016.

Die Subjektfinanzierung entspricht den Grundsätzen der UN Behindertenrechtskonvention. So wie das neue Erwachsenenschutzgesetz individuell abklärt, welche abgestufte Form einer Beistandschaft angebracht ist, so individuell bemisst ein neues Verfahren, genannt VIBEL,  den behinderungsbedingten Unterstützungsbedarf. Die Regierung des Kantons Bern ist die erste, die einen solch wegweisenden Entscheid getroffen hat!

  Was ist anders als im bisherigen System?

  • Das neue System ist gerechter, weil jeder Mensch eine ihm persönlich bemessene Kostengutsprache erhält. Im jetzigen System bezahlt der Kanton für jeden Heimbewohner, jede Heimbewohnerin genau gleich viel, egal wieviel Betreuung die Person benötigt.
  • Auch wer nicht in einem Heim lebt, bekommt vom Kanton finanzielle Unterstützung. Bisher wurde nur an Heimbewohner ein Kantonsbeitrag ausbezahlt.
  • Mit einem differenzierten Fragebogen wird abgeklärt, wieviel Betreuung jeder einzelne Mensch mit einer Behinderung wegen seiner Behinderung benötigt. Eine unabhängige Fachperson führt mit den Betroffenen das Abklärungsgespräch da, wo die Person lebt und arbeitet. Daraus ergibt sich eine Kostengutsprache, die sie individuell für beanspruchte Leistungen einsetzen kann. Sie kann wählen, ob sie die Hilfen in einem Heim oder mit persönlicher Assistenz einkaufen will, oder ob sie eine Kombination aus beidem wünscht.

Was nützt diese Veränderung Menschen mit Behinderung?

  • Menschen mit Behinderung erhalten diejenige Betreuung und Pflege, welche sie persönlich benötigen.
  • Menschen mit hohem Betreuungsbedarf erhalten mehr Chancen.
  • Ermöglichung des ambulanten Leistungsbezugs und dadurch freie Wahle der Wohnform, Möglichkeit der Wahl der betreuenden Person und verbesserten Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt.
  • Das neue System ist individueller und daher auch gerechter. Es ermöglicht Veränderungen, die sich viele wünschen.
  • Der Paradigmawechsel wird auch zu einem Haltungswechsel in der Gesellschaft führen.

Was bedeuten die Veränderungen für die Angehörigen?

Es ist richtig, dass die Umstellung zu Beginn einen Mehraufwand bringt. Sie erhalten aber Unterstützung durch die Institution, in der Ihr Sohn/Ihre Tochter lebt und durch die Beratungsstellen. Auch insieme Kanton Bern hilft Ihnen weiter. Der Mehraufwand lohnt sich, weil der Wechsel zum neuen System viele Vorteile bringt.

Muss ich jetzt bereits etwas unternehmen?

Falls Sie nicht durch das Mitmachen an einem der Pilotprojekte betroffen sind,  müssen Sie im Moment noch nichts tun. Sie werden später durch die Institution, in der ihr Sohn oder ihre Tochter lebt, informiert. Falls Ihr Sohn oder Ihre Tochter zuhause lebt, sollten Sie sich im Herbst 2019 bei uns melden.

Wer hilft mir, was muss ich tun?

Sie werden von uns laufend informiert. Zudem finden Sie auf der neuen Internet Plattform www.participa.ch viele wichtige Informationen zur Subjektfinanzierung und weiteren Informationen rund um das Thema Behinderung.

Die nächsten Schritte

Seit Januar 2016 laufen die ersten Pilotprojekte in Institutionen und für einige Menschen mit Behinderung, die privat wohnen. Im Verlaufe der nächsten 2 Jahre kommen weitere Pilotinstitutionen dazu. Gemeinsam mit diesen Partnern wird das Verfahren weiter entwickelt und nötige Anpassungen werden vorgenommen.

Im Juni 2016 hat der Grosse Rat den zweiten Behindertenbericht zur Kenntnis genommen. Dies ist ein wichtiger Meilenstein!

Im Sommer 2019 wird der Grosse Rat das neue Sozialhilfegesetz annehmen und dann kann ab 2020 die Subjektfinanzierung flächendeckend im Kanton Bern eingeführt werden.

Wo kann ich noch mehr Informationen bekommen?

Zum Abklärungsverfahren finden Sie hier wertvolle Informationen. Und hier gelangen Sie zur neuen Plattform participa.

Medienmitteilungen

  • Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung verändert Heimlandschaft

Behinderte sollen selber bestimmen können, wie sie leben und ihre Zeit verbringen. Das fordern Behindertenverbände, und so verlangt es auch die UNO-Behindertenkonvention. Der Kanton Bern versucht dies umzusetzen - mit einem in der Schweiz neuen Modell. Beitrag SRF

  • Gesundheits- und Sozialkommission (GSoK) unterstützt die Berichte zur Behinderten- und zur Alterspolitik einstimmig.

    Einstimmig beantragt die Gesundheits- und Sozialkommission (GSoK) dem Grossen Rat, die Berichte des Regierungsrates zur Behinderten- und zur Alterspolitik zur Kenntnis zu nehmen. Zur Kostenentwicklung und zum Abklärungssystem im Behindertenbereich unterbreitet sie dem Rat Planungserklärungen. Der Grosse Rat wird in der Junisession die beiden Berichte beraten. Medienmitteilung Grosser Rat